War Room Flights

  • Tour 1


    Die Planung für den ersten Abschnitt hatte ich gestern schon erledigt.
    Heute ganz früh am Morgen die Wetterdaten geholt. Sieht bestens aus für den Tag, die Sonne ist gerade aufgegangen, clear blue sky, anfäglich im Tal leichter Haze.
    Im Camp herrscht schon reger Betrieb.
    Tja, und dann stehe ich vor meiner Maschine, einer Saab Safir, altes Gerät, neu aufpoliert. Etwas mulmig ist mir schon, habe dieses Flugzeug lange nicht bewegt.
    Der monumentale Blick auf den Mt. Jefferson ist phantastisch und vermittelt innerliche Ruhe.
    Nun denn, rein und mit den Startvorbereitungen beginnen. Alles klar, aber was ist das? Das Triebwerk stellt sich mehrmals nach kurzer Zeit ab. Ich magere ein wenig ab, dann klappt es.
    Kurz darauf hebe ich ab. Ich halte mich westlich und erreiche schon nach kurzer Zeit den Highway 22, meiner VFR-Vorgabe.
    Von weitem ist schon der Detroit Lake zu erkennen. ich überfliege die kleine Ortschaft, weiter der
    Route 22 folgend. Das Waldgebiet ändert sich in flaches, weitläufiges Farmland. Ich mache einen Touch and Go auf dem
    Davis Grasstrip 6S4 und navigiere zurück zur Straße, der ich bis Mehama folge. Ich biege nach Norden ab in Richtung
    Silver Falls State Park, wo ich den Highway 214 erreiche. Ich durchfliege ein kurzes, unspektakuläres Waldgebiet und
    schon bin wieder in der Ebene. Kurz vor Silverton überfliege ich das Silver Creek Reservoir, den Wasserspeicher der Stadt.
    Die Landschaft bleibt flach und weitläufig. Ich passiere Hollin Brooks 7OR7. In der Ferne sehe ich auch schon mein heutiges Tagesziel, OR38 Harchenko Industrial. Ich überfliege den Platz, um mich zu orientieren und fliege zum Endanflug von Norden her ein. Unter mir ist die Interstate 5. Dann liegt der Platz auch schon vor mir. Ich rolle direkt in den Maintenance-Bereich. Werde hier nochmal das Triebwerk kurz überprüfen lassen.


    Am Fuße des Mt. Jefferson
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    Harchenko Industrial Maintenance
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    Dieter
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  • Tour 2


    Ich begebe mich zum Wartungsbereich. Meine Mühle steht schon wieder vor der Halle und ist einsatzbereit.
    Es ist jetzt 8:30 Uhr, bereits 30 Grad. Wetterdaten eingeholt: 10 NM Sicht, Wind 206/8 klarer Himmel, vereinzelte Wolken.
    Dann will ich auch nicht mehr lange zögern,es soll ja weiter nach Norden gehen. Den Großraum Portland will ich allerdings meiden.
    Schon bin ich airborne. Weiterhin liegt flaches, fruchtbares Farmland unter mir. Ich passiere den Willamette River und melde mich
    für einen tiefen Überflug bei 2S6 Sportsman-Newberg an. Über der rechten Fläche kann ich in der Ferne den Mt. Hood erkennen.
    Ich fliege in die Kontrollzone von Hillsboro ein. Aus dem linken Fenster habe ich einen guten Überblick auf die lange Runway.
    Rechter Hand sieht man den Columbia River, in der Ferne schimmern die VASI Lichter von Portland KPDX.
    Ich fliege weiter in Richtung Scappoose Industrial. Dort schwenke ich nach NO in Richtung Columbia River ein. Ich folge dem Fluss und
    stoße nach kurzer Weile wieder auf die Interstate 5, ein wichtiges Navigationshifsmittel in Richtung Norden.
    Die Grenze Oregon-Washington ist erreicht. Im Bereich Kelso-Longview biege ich kurz vor der Clark Bridge in Richtung
    Stadt und folge dann dem Cowlitz River. Am Schnittpunkt I5 und Highway 504 drehe ich in Richtung WA99 Flying K Ranch.
    Die Unterlagen sprechen hier von einer Graspiste, die allerdings keiner besonderen Behandlung obliegt. Was immer das auch heißen mag.
    Hauptsache hier weiden keine Rinder!
    Aber die Piste ist garnicht so schlimm. Die knapp 3000ft reichen für meine Safir allemal.
    Ich parke mein Flugzeug ein. Eine Piper steht auch schon hier. Fahrzeuge, die uns zur Ranch bringen werden, warten schon.



    WA99 Flying K Ranch


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    Dieter
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  • Tour 3


    Gesprächen mit Kollegen konnte man entnehmen, dass nunmehr jeder weiß, wo das erste Ziel liegt. Bewundernswert, dass sich jeder an die Vorgabe gehalten hat, nichts weiterzugeben!


    Ich habe heute ausgeschlafen. Ein ausgiebiges "Farmer's Early Piece - Bauernfrühstück" verleiht mir den nötigen Schwung in den neuen Tag.
    Weit ist es nun ja nicht mer bis zum ersten Etappenziel. Die Wetterdaten der Ranchstation geben mir 10NM Sicht, Wind 248/8,
    Temperatur nur 16 Grad, welch eine Wohltat. Nach dem Start orientiere ich mich wieder gemäß "IFR Interstate 5". Die führt mich direkt bis
    Chehalis.
    Die Stadt liegt im Tal des gleichnamigen Flusses, der westlich der Stadt vorbeifließt. Ich gehe hier kurz zum Tanken runter.
    Ich komme kurz mit einem jungen Mechaniker ins Gespräch. Auf meine Frage nach dem Namen und der Entstehung der Stadt, kann er mir nur
    das antworten, was ich auch schon weiß. Chehalis ist ein indianisches Wort und bedeutet in etwa "bewegter, schimmernder Sand".
    Dann erklärt er mir noch, das der Ort von etwa 150 Jahren noch Saundersville hieß. Mehr wisse er nicht, da müsse ich schon die Alteingesessenen fragen.
    Nun gut, dafür habe ich jatzt aber keine Zeit.
    Nach einem Rundflug über die Stadt, drehe ich in Richtung Westen ab. WN48 Kimbrelm Farm überfliege ich tief.
    Von hier aus sind es nur noch wenige Meilen zum Ziel, Banas Farm WA16. Der Approach ist problemlos.
    Das Flugzeug parke ich vor einer großen Scheune. Dann kommt auch schon der Chef der Chef des Hauses und begrüßt mich.
    "Sie sind der erste, wo bleiben die anderen?" fragt er mich. "Die werden in den nächsten Tagen auch wohl eintreffen", beruhige ich ihn.


    Chehalis Tanken


    WA16 Banas Field


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    Dieter
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  • War Room Tour IIA


    Habe hier einen ruhigen Tag verbracht. Nebenbei noch die Rucksacktouristin ("Heidiverschnitt") Eve kennengelernt, die unbedingt mitfliegen möchte.
    Na ja, ich lassen mich überreden, sie ein paar Stationen weit mitzunehmen. Abends kommt ein FAX mit einem seltsamen Text von Jo. Zum Glück hat der
    Rancher hier eine unerwartet große Bibliothek. Da werde ich schnell fündig und erstelle noch am Abend meinen Flugplan.
    Heute morgen erwartet mich wiederum gutes Flugwetter, klarer Himmel, kaum Wind, angenehme Temperatur. Da Sachen sind schnell verstaut und
    schon sind wir in der Luft. Ich fliege östlich über die teilweise abgeholzten Hügel. Dann liegt auch schon linker Hand Kimbrell's Farm unter mir.
    Kurz vor Erreichen der I5 fragt mich Eve, welche Bedeutung der große rote Hebel habe. Mehr im Spaß erwidere ich, dass man damit viel Frischluft
    bekommt. Kaum ausgesprochen, ist es auch schon passiert. Die Klappe fliegt weg. Es geht ein starker Ruck durchs Flugzeug. Ich melde in Chehalis
    "Emergency" an und nehme den direkten Einflug. Vor Ort werde ich schon mit einem dämlichen Grinsen auf den Gesichtern der Mechaniker erwartet.
    Die Reise für Eve ist hier vorbei. Eine Reparatur ist derzeit nicht möglich. Man bietet mir eine andere Maschine an, die schon lange nicht mehr bewegt worden
    sein. Ich der Ferne erkenne ich eine Cessna L-19. Der neue Anstrich täuscht über den Zustand hinweg. Das Cockpit sieht sehr "gebraucht" aus.
    Nun denn, gegen eine geringe Chartergebühr nehme ich mich des Vogels an. Ich verlasse Chehalis entlang der I5 ein kurzes Stück nach Norden und biege dann
    Richtung Osten nach ..... ab. Die Landebahn ist zwar lang, aber äußerst uneben. Ich frage nach, ob hier eventuell eine Nachricht für mich vorliege,
    was aber verneint wird. Also geht es weiter. Das nächste Ziel liegt rund ..... NM ..... von hier. Ich fliege die mir schon bekannte Strecke von der letzten Tour
    in entgegengesetzter Richtung zurück. Dieses Mal folge ich dem Highway 411 und drehe dann kurz vor ...... nach Westen ein. In kurzer Zeit ist
    ...... erreicht. Jetzt bin ich eigentlich froh, eine andere Maschine zu haben. Die Graspiste ist doch recht kurz. Da wäre ich mit der Safir möglicherweise nicht mehr hochgekommen.




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    Dieter
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  • War Room Tour IIB


    Als ich den gerade eingegangenen Bericht mit der Skizze den anwesenden beiden Piloten zeige, erwidern sie gleich, das könne ich vergessen.
    Ich solle lieber einen 4-Wheeler mieten und das kurze Stück dorthin fahren. Nu denn, einen Versuch will ich wenigstens wagen.
    Ich fliege den Bereich von Osten her an. Wenn es das ist, was ich dort sehe, ahne ich Böses und es wird mir mir warm im Cockpit. Ich versuche diverse langsame Anflüge,
    um eine günstige Anflugposition herauszufinden. Gleichzeitig checke ich nochmal die Stall-Geschwindigkeit in der Praxis bei verschiedenen Klappenstellungen.
    Ich wage verschiedene Anflüge, die mir aber nicht sicher erscheinen. Dann versuche ich es mit Klappenstellung 4 und hoch am Gas anliegend. Kurz über der "Landezone" nehme ich das Gas vollends weg und fahre gleichzeitig die Klappen auf Position 5 herunter. Geschafft!.
    Nun, das Schild sieht zunächst mal nichtssagend aus. Ich mache ein Foto.


    Wo soll das denn sein?


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    Geht weiter...

    Dieter
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  • War Room Tour IIB


    weiter geht's...


    Ich kehre zum Ausgangspunkt zurück. Nachdem ich das Foto von dem Hinweisbild verschiedenen Piloten vor Ort zeige, hat einer einen Geistesblitz.
    Auf der Karte zeigt er mir die Richtung, in der ich es mal "probieren" solle. Nach kurzer Flugstrecke kommt mir dann die Kontur der Bergformation recht eindeutig vor. Ich gehe in den Langsamflug über und erkenne schon bald darauf eine im Hang stehende Tafel. Nun, ein paar weitere Anflüge sind notwendig, um die Schrift identifizieren zu können. Ergibt sich bei mir die Frage, wer es wohl schwerer hatte, der Aufsteller des Schildes oder der suchende Pilot...
    Der Rest ist ein Kinderspiel. Die weitere Flugplanung erledige während des Fluges. Unter mir weiterhin viel saftiges Grün der unendlichen Wälder Washingtons.
    Das Wetter schlägt mit einem Male um. Vereinzelte Gewitterwolken ziehen in der Ferne auf. Jetzt aber full speed und straight ab zum Zielort.


    Anflug am Zielort:


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    Dieter
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  • War Room Tour III


    Ein neuer Tag, auf zu neuen Zielen.
    Wetter durchwachsen, Wind 277/7, Wolkenuntergrenze 2100ft.
    Es ist frisch, gerade mal 14 Grad. Man merkt, dass man nicht mehr im geschützten Inland ist. Nach kurzem Flug hat mich das Waldland allerdings wieder.
    Auf dem nahegelegenen Flugplatz fliege ich einen Touch 'n Go. So langsam gewöhnt man sich an das neue Flugzeug.
    Immer noch riesige braune Stellen auf den Bergen, wo Holz "geerntet" wurde. Ich erreiche ein uns allen bekanntes Gebiet. Spektakulär immer
    wieder das große Kraftwerk, das ich umfliege. Dann taucht auch schon wieder der bekannte Chehalis River auf. Der zieht sich wirklich weit durchs Land.
    In der Ebene vor mir ist es leicht städtisch. Auch hier bietet sich ein bekannter Flugplatz für eine Landung an.
    Das Bergland nimmt nun merklich ab und eine riesige Ebene erstreckt sich vor mir. In der Ferne sehe ich ein sich deutlich vom grünen Umfeld abhebendes, helles Gebäude. Hier müsste ich richtig sein. Platz zum Landen auf dem umliegenden Feld ist genug. Ich begebe mich zu dem Gebäude. An dem Telefon außen kann ich eine Telefonnummer ausfindig machen. Hmmm, sonst nichts?
    Das Gebäude selbst ist geschlossen. Nun denn, dann werde ich mal ein kurzes Ferngespräch führen.




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    Dieter
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  • War Room Tour IV - zum Ziel


    Die Zeit des Ausspannens ist vorbei.
    Soeben erhalte ich die Daten für den Zielflug. Nun ja, es geht dann wieder in die Berge.
    Das Wetter ist prima, klarer Himmel,gute Sichtweite, kaum Wind.
    Die Flugplanung anhand der Daten verläuft problemlos und alsbald bin ich schon wieder airborne.
    Zunächst geht es weiter durch die langgezogene Ebene und bald habe ich den Großraum Seattle erreicht. Ich lege noch eine kleine Zwischenlandung ein, halte mich aber nicht länger auf.
    Die großen Plätze Tacoma und Boeing Field sehe ich zur Rechten und zur Linken.
    Bald darauf erreiche ich auch schon die ansteigende, bergige Region. Es beginnt wieder eine spektakuläre Szenerie. Allerdings fliege ich zuerst einen kleinen Platz
    am Skykomish River an. Hier werde ich die Anweisungen nochmals intensiv mit der Flugplanung vergleichen.




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    Dieter
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  • So, dann werde ich heute mal zum Ziel aufbrechen. Zum Glück bietet das Wetter ein gute Sichtweite, um eine Chance zu haben, die Cabin in den Bergen zu finden. Wird vermutlich nicht einfach sein.
    Nach Takeoff an meinem Übernachtungsort geht es direkt wieder in die Berge. Ich steige durch ein Tal den Stevens Pass hoch und erledige noch eine Landung im dahinterliegenden Tal. So, ab jetzt ist Steigflug angesagt. Unter mir liegen die Twin Lakes.
    Die Berg- und Felszenerie gestaltet sich mächtig und beeindruckend. Ich versuche gemäß der Anweisungen markante Bereiche wie Gletscher oder Flüsse zu erfliegen.
    Wenn ich auch richtig lag, hilft doch auch der Zufall ein wenig. Ich habe etwas "blitzen" sehen. Ein langsamer An- und Überflug zeigt mir, dass ich richtig liege.
    Mit vollen Flaps kurz vor Abreißgeschwindigkeit kann ich die Maschine auf dem rauen Untergrund unfallfrei aufsetzen.
    Nun denn, geschafft, die Cabin liegt vor mir. Flugzeug noch sicher abstellen, dann freue ich mich auf eine warme Stube mit frischem Bier.



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    Dieter
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  • Das Wichtigste zum Schluss. Vielen Dank für Planung, Vorbereitung und Durchführung dieser Tour.
    Das Rätseln, Planen und Durchführen der Flüge hat sehr viel Spaß gemacht.


    Jeder, der selbst schon Events vorbereitet hat, weiß, wieviel Zeit und Arbeit darin steckt.

    Dieter
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